zur Person

English    .    deutsch

Eduard Stoklosinski ist Autor und Übersetzer geisteswissenschaftlicher und literarischer Texte. Er hat deutschsprachige Autoren wie z.B. Thomas Bernhard, Hermann Lenz, Herta Müller, Yoko Tawada, Terézia Mora ins Englische übertragen.

Er recherchiert und übersetzt außerdem wissenschaftliche Texte und Materialien  zur Holocaustforschung, und war in diesem Zusammenhang an Forschungsinstituten und Dokumentationszentren tätig, wie z.B. dem International Tracing Service in Bad Aroslen oder dem Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin. Er arbeitete über einen längeren Zeitraum für das Australian Centre for Genocide and Holocaust Studies in Sydney und übersetzte Archivquellen, darunter Chroniken aus dem Mittelalter sowie Dokumente und deutsche Texte zum Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert.

Akademische Ausbildung

Eduard Stoklosinski ist in der Nähe von Stuttgart geboren und aufgewachsen. Er studierte Sozialpädagogik and der Universität Bremen und graduierte 1987 als Diplom-Sozialpädagoge. 1990 emigrierte er nach Sydney, Australien, und bildete sich an der University of New England zum Englischsprachlehrer weiter.  2006 schloss er seinen Master of Arts an der Univerity of Sydney mit einem Forschungsprojekt zum Thema Fluidität und Lesbarkeit in der literarischen Übersetzung ab. 2012 promovierte er zum Doctor of Arts an der University of Sydney, School of Letters, Art and Media. Seine Doktorarbeit mit dem Titel Another view: tracing the foreign in literary translation. Contemporary German writing from the ethnic margins in English translation wurde 2014 bei Dalkey Archive Press veröffentlicht.

Forschungsinteresse

Das Master of Arts Forschungsprojekt umfasst die englische Übersetzung von Prosa, eine Sammlung kurzer Erzählungen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard, und beinhaltet einen einführenden, kritischen Essay, der sich mit der Tendenz in der Literaturübersetzung auseinandersetzt, Lesbarkeit und Fluidität zu priorisieren und die Authentizität eines Textes, die Sprachtextur, Sprachfindung zu ignorieren.

Die Doktorarbeit befasst sich mit der Bedeutung der Sprachfremdheit als integralem, inhärentem Motif und Beweggrund des Übersetzens und untersucht, wie die Sprachbewegung des ‘Fremden’ im Kontext des nichtmuttersprachlichen Schreibens für das literarische Übersetzen nachvollzogen und fruchtbar gemacht werden kann. Die Assimilierungstendenz als vorherrschende Methode in der gegenwärtigen literarischen Übersetzungspraxis negiert diese Sprachfremdheit und ist wesentlich mit dem Imperativ der Muttersprachlichkeit verflochten, mit dem Postulat, dass ein literarischer Text souverän, sprachgewandt und stilsicher nur in die Muttersprache übersetzt werden kann. Die Doktorarbeit stellt diese Allgültigkeit des Muttersprachenparadigmas und die damit zusammenhängende Dichotomie von Erst- und Zweitsprachigkeit anhand einer kritischen Aufarbeitung des Themenkomplexes in Frage.

 

Veröffentlichungen, Recherche, Projekte  .  zur Person  .  Kontakt